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01.06.2007

Die Bedeutung des ersten Eindruckes

Der, der das erste Mal in seinem Leben von einer Biene gestochen wird, wird sie danach fürchten und vielleicht sogar bis zum Ende seines Lebens hassen. Wenn man jedoch bedenkt, welchen großen Dienst die Biene dem Menschen und der Schöpfung im Ganzen leistet, so verdient sie es nicht gehasst zu werden. Denn gleichzeitig ist sie ja auch der Meister eines der süßesten Stoffe dieser Erde.

An diesem Beispiel zeigt sich die große Bedeutung des ersten Eindruckes.

Ich habe nie davon geträumt einmal mit Beduinen zusammenzuarbeiten, auch wenn ich schon vieles von ihnen gehört hatte.

Die erste Begegnung mit den Jahalin- Beduinen kam während eines Freundschaftsspieles zwischen deutschen Zivildienstleistenden und dem Jahalin Team zustande. Als Zuschauer zum Einweihungsspiel auf dem neuen Fußballsplatz der Jahalin- Gemeinde eingeladen, spielte ich schließlich selber für die deutsche Mannschaft. Uns gelangen einige Tore, auch wenn wir am Ende eine klare Niederlage erlitten. Bald war das Torverhältnis von 8:5 zugunsten der Jahalin- Mannschaft jedoch wettgemacht durch einen freundlichen Empfang, herzliche und neugierige Begegnungen und Gespräche.

Es ging ums gemeinsame kennen lernen, um die Bekundung der Solidarität für die Jahalin- Beduinen und ihre Situation.

Der Besuch bei den Jahalin- Beduinen und dem Jahalin- Projekt von Anna Crummenerl gefiel mir insgesamt sehr gut. Es kam mir der Wunsch, mit den Beduinen zu arbeiten, auch wenn das wie und das was noch nicht klar war.

Als Student in Ausbildung bei der Gemeinschaft der Missionare für Afrika („Weiße Väter“) studiere ich Theologie in Jerusalem Das Ziel ist den armen, diskriminierten und solchen, die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft erleiden, zu helfen.

Ich wurde einige Zeit nach meinem Besuch bei den Jahalin- Beduinen von meinem Superior Thomas Maier gefragt, ob ich daran interessiert sei, mit den Jahalin- Beduinen zusammenzuarbeiten. Meine Antwort war ein eindeutiges „Ja“.

Großer Dank gilt Anna mit ihrem großen Verständnis für die Organisation des Projektes. Ich bewundere ihre Geduld und ihre einfühlsamer Umgang mit einer völlig andere Kultur, mit unterschiedlichsten Mentalitäten und Ideologien und nicht zu vergessen die Arbeit mit den verschiedensten Persönlichkeiten.
Anna stimmte der Anfrage meines Superiors bezüglich meiner Mitarbeit zu. Seitdem fahre ich jeden Samstagnachmittag von Jerusalem mit dem Bus nach Azaryah. In der Jahalin- Gemeinde unterrichte ich Englisch und trainiere eine Fußballmannschaft im Alter von 12-14. Es ist schön zu sehen wie die jungen und wilden Jahalin- Kinder nicht nur zusammenspielen sondern auch die Disziplinen rund um den Fußball kennen lernen.

Einige dieser Disziplinen beinhalten folgendes:

  • Den Respekt vor der Mannschaft und sich selber als Individuum.
  • Die Achtsamkeit und die Aufmerksamkeit für die Mitspieler als Voraussetzung für eine funktionierende Mannschaft
  • Pünktlichkeit
  • Geduld etc.
  • Sauberkeit.


Bevor wir mit dem Training beginnen säubern wir den Platz. Wir tun unser Bestes um an all diesen Dingen kontinuierlich zu arbeiten. An dieser Stelle möchte ich mich bei Hendrik, einem deutschen Zivildienstleistenden, bedanken. Seine Unterstützung, seine Präsents und seine Arabischkenntnisse sind uns eine große Hilfe während des Trainings.

Was mich betrifft so ist mein Arabisch noch sehr in den Anfängen. Glücklicherweise unterstützt uns Abu- Hassan aus dem Sportkomitee der Jahalin- Gemeinde, der während dem Training aus dem Englischen ins Arabische übersetzt.
Er ist es auch, der weiß, wie man mit den Kindern umgeht, wie man Trainingsinhalte vermittelt und wie man die Jungs zu einem geordneten Mitmachen bewegt.

Es gab bereits einen verbalen Konflikt zwischen den älteren Jungs und dem Sportkomitee, da die Jungs nicht damit einverstanden waren, für die junge Jahalin- Mannschaft den Platz zu räumen.

Ich sehe diesen Zusammenstoß als einen Teil eines positiven Prozesses hin zu der Annerkennung einer neuen, jungen Jahalin- Mannschaft. So ist meine Motivation und meine Freude bei der Arbeit mit den Jahalin- Beduinen nur noch gewachsen, Alles Gute aus Jerusalem, wir hoffen auf ihre Unterstützung und ihre Aufmerksamkeit um unsere Arbeit erfolgreich weiterführen zu können.

Jonathan Bahago

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