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Spendenaufruf

Liebe Freunde und Verwandte, liebe Interessierte,

mein Jahr in Jerusalem steht nun kurz vor dem Ende. In den letzten Tagen arbeitete ich rund um die Schule des „Jabals“ (arab. Hügel) mit den Jahalin-Jungs. Die Bäume, die wir im Januar pflanzten, sind in den letzten Monaten gut gewachsen, einige haben unter dem Gewusel der Kinder viele Äste eingebüsst, doch sie stehen noch! Regelmäßig werden sie gegossen, und doch bin ich immer wieder erstaunt, wie sie trotz des steinigen und harten Bodens an Größe gewinnen.

Ali, mit dem ich vor längerer Zeit schon einmal im UNRWA- Programm zusammenarbeitete, spricht nun oft über sein bevorstehendes Studium. Obwohl sein Schulabschluss nicht so gut ausgefallen ist, wie er sich das gewünscht hat, möchte er unbedingt Religion an der Al-Quds Universität in Azaryah studieren.

Die Abende der letzten Wochen verbrachte ich seit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan meist mit Häni in seinem kleinen Geschäft auf dem Hügel. Zwischen mit Fußbällen gefüllten Schränken, sich hoch auftürmenden Chipstüten und wild aufeinander gestapelten Colaflaschen saßen wir in den letzten Wochen auf klapprigen Stühlen und sprachen über unsere Zukunft. Häni hat wie Ali gerade seine Abschlussprüfung bestanden, half danach in unserem Sommercamp als Volontär und möchte jetzt an der Universität Betriebswirtschaftslehre studieren.

Nicht vielen Jungs auf dem Hügel wird die Zeit gelassen, die Schule abzuschließen. Oft müssen sie diese schon früher abbrechen, um Geld für die Familie zu verdienen. Von denen, die das „Tauschii“ (arab. Abitur) schaffen, können sich nur wenige leisten, auf die Uni zu gehen. Die Kosten für ein Semester sind in Palästina deutlich höher als in Deutschland. Und trotzdem: es gibt mehr und mehr Jahalin, insbesondere Frauen, die studieren gehen. Inzwischen sind vom Jahalin Hügel 18 junge Frauen an der Al-Quds-Universität in Abu-Dis eingeschrieben. Drei haben die Uni schon erfolgreich in Biologie, Religion und Sozialarbeit beendet.

Auch wenn es trotzdem schwer ist, eine Arbeitstelle zu finden, zeigt es dennoch, welchen zunehmenden Stellenwert die Bildung der Kinder in der Gesellschaft der Jahalin hat. So wurden auch in diesem Sommer, während die Sonne am höchsten stand, zwei neue Klassenzimmer für die Schule auf dem Jahalin-Hügel (260 Kinder besuchen diese Schule) und neue Räume für den Kindergarten der Anwar-Schule in Azaryah (102 Jahalin-Beduinen-Kinder und Kinder aus Azaryah) gebaut. Das Jahalin-Projekt konnte diese Bau- und Ausbauarbeiten mit BMZ-Projektmitteln (Bundesministerium für Zusammenarbeit) unterstützen.

Wunderschöne neue, bunte Kindergarten-Räume in der Anwar-Schule und neue Klassenzimmer auf dem Jahalin-Hügel konnten so mit großem Geschick, Energie und Durchhaltevermögen durch die freiwillige Hilfe von Jahalin-Männern rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres eingeweiht werden. Auf dem Hügel ist in einem der Klassenräume inzwischen ein kleines Labor eingerichtet worden. Mit ganzem Stolz zeigte mir die Schulleiterin vor kurzem die neue Einrichtung im neuen, strahlend weißen Klassenzimmer. Auf einem kleinen Podest steht das Modell eines menschlichen Körpers, in allen möglichen Farben sind die Organe dargestellt, ein Skelett hängt an der Wand und ein nagelneues Mikroskop steht noch unberührt im Regal. Das alles vor dem Hintergrund der nicht weit davon stehenden Wellblechhütten, der Holzverschläge für die Ziegen... das gibt ein skurriles, aber tolles Bild.

Ich schreibe Euch dieses so ausführlich, weil es mich so beeindruckt, unter welch schwierigen Bedingungen die Menschen hier die Dinge, die ihnen wichtig sind, mehr und mehr in die eigenen Hände nehmen, obwohl ich auch sehe, dass die materiellen Voraussetzungen immer noch nicht ausreichend sind. So wird halt alles Stück für Stück erledigt und braucht viel, viel Zeit und noch mehr Geduld.

So fehlt es auch jetzt noch weitgehend an der Ausstattung der Räumlichkeiten, insbesondere in der Anwar-Schule. Tische, Bänke, Stühle, Tafeln, Regale, Spielsachen, Schaukelpferde, Kinderbücher und Malutensilien werden noch gebraucht.

Ich würde noch gerne mein Dasein dazu nutzen, all die Menschen, die mich durch meine Rundbriefe im letzten Jahr begleitet haben, dazu aufzurufen, das Einrichten der Räume mit einer Spende zu ermöglichen.

Allen hier würde es eine große Freude bereiten und es wäre eine wunderbare Unterstützung ihrer Anstrengungen für ein Leben in Würde und eine Zukunft, in der Bildung ein fester Bestandteil ihres Lebens sein wird.

Vielen Dank und assalamu aleikum,
euer Hendrik Dürr aus Jerusalem

Spendenkonto
Bund für Soziale Verteidigung (BSV)
Sparkasse Minden/Lübbecke, BLZ 49050101, Kontonr. 89420814

Anmerkung: Bitte gebt bei der Spende über das BSV Konto im Verwendungszweck „Jahalin-Bildung" an, damit das BSV-Büro die Herkunft der Spenden schneller ermitteln kann.

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