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25. Mai 2005

24 Frauen und ein Tag

Eigentlich grenzt es fast an ein kleines Wunder. Zweimal schon hatten Jahalin-Frauen den Wunsch nach einem Ausflug geäußert. Zweimal schon wurden Ausflugsziele genannt und der Termin festgelegt. Doch erst beim dritten Versuch soll es klappen! Ein Bus wird bestellt, nach Hebron soll es gehen und 22 Jahalin-Frauen, drei Generationen im Alter von 19 -78 Jahren, treffen sich am frühen Morgen des 8. Mai am kleinen Frauenzentrum im Camp, der Bus steht schon bereit, vergessene Ausweise werden schnell noch mal zu Hause eingesammelt … die „Kleinsten“ sind versorgt und untergebracht bei Schwestern, Müttern, Töchtern und Freunden … ein Tag, der nur ihnen gehört, sollte es werden … und so war es auch.

Die Busfahrt führt uns durch wunderschöne Landschaften , in der Ibrahim-Moschee in Hebron verweilen die Frauen mehr als zwei Stunden, der Spaziergang durch fast leere Gassen in Hebrons Altstadt und das Vorfinden immer weniger vorhandenen kleinen Geschäfte und Händler hinterlassen einen traurigen Eindruck , die Sperr- und Stacheldraht-Anlagen erinnern uns immer wieder an die Absurdität der politischen Situation hier in Hebron.

Es wird ein Ausflug mit sehr unterschiedlichen Eindrücken. Die Altstadt- Tristesse verlassen wir und finden nur einige Kilometer entfernt einen neuen, großen Straßenmarkt. Hier pulsiert das Leben, es ist bunt, laut und die Augen wissen nicht, wohin sie ihre Aufmerksamkeit zuerst richten sollen. Den Frauen gefällt es …

Ein gemeinsames Mittagessen in einem kleinen Restaurant, der Besuch einer traditionellen Töpferei und eines Glasbläsers, und eine letzte Schlemmerei am Nachmittag mit süßen orientalischen Köstlichkeiten lassen den Tag im Nu verstreichen. Der Bus erscheint uns an diesem Tag wie eine Insel. Es wird viel erzählt und es wird vor allem viel gelacht .Auch Deema, meine Kollegin von PARC, genießt diesen Tag und sie hat „tausendundeine Geschichten“ in ihrem Repertoire. Es ist schon dunkel, als wir am Abend ins Camp zurück kommen, viel später als wir eigentlich planten …

Aber wie reagierte schon am Morgen eine der Frauen, (ich glaube sogar, dass sie die Älteste von Allen war) als wir den Zeitplan vorschlagen und die Rückkehr für den späten Nachmittag ankündigten. Sie schaute Deema und mich ganz erstaunt an und meinte nur mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht:
“So früh“? „Nein“! „Viel später … viel später …“

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