Das Camp

  Aktuelles
  Archiv
  Das Projekt
  Die Jahalin
  Literatur
 Unterstützung
  Links
  Kontakt
  

Berichte

Spenden, damit der Ballen ins Rollen kommt!
Der Spendenaufruf für den Sportplatz als pdf

 

12. Mai 2006

Eine kleine Reise zu unseren verschiedenen Traditionen

Gemeinsam mit den Lehrerinnen der Anwar-Schule haben wir, die Kolleginnen des Jahalin-Projekts, im letzten Jahr schon mehrere Projekte durchgeführt.
Seit mehreren Wochen gehört dazu auch die Beschäftigung mit den verschiedenen Lebensweisen und Traditionen in der palästinensischen Gesellschaft. Dazu soll es dann auch ganz praktische Erfahrungen geben. So wird ein Ausflug zu Beduinenfamilien, die auf dem Weg nach Jericho leben, geplant. Der Tag, an dem wir uns morgens auf den Weg machen, ist derselbe Tag, an dem die jüdische Religion des Auszugs und der Vertreibung aus Ägypten erinnert: Pessach. In Israel ist Feiertag und viele Menschen sind auf den Beinen. Nach unserem Besuch bei der Beduinenfamilie machen auch wir uns alle noch auf den Weg zu einem beschaulichen, schattigen Plätzchen. Fawarah heißt dieses Kleinod und viele Menschen kennen und besuchen es gerne: aus Israel und Palästina. Die jungen Beduinenmänner, die uns den ganzen Tag schon begleiteten, haben ein kleines Picknick vorbereitet, während die Kinder und Lehrerinnen sich am kalten Bach erfrischen. Doch die Freude soll nicht lange währen. Es gab eine große Gruppe von israelischen Soldaten und privatem Sicherheitspersonal, ausgestattet mit Waffen und Hunden, die sich rund um dieses Idyll bewegen. Sehr schnell werden einige der Beduinen darauf aufmerksam gemacht, dass es ihnen nicht erlaubt wäre, hier zu sein. Eine Frist von maximal einer Stunde wird uns allen gewährt. Gemeinsam mit einigen Kolleginnen können wir diesem törichten Vorhaben begegnen. Ein Gespräch mit der „verantwortlichen Sicherheit“ hat uns dann den Nachmittag dort bleiben lassen. Vertreibung und Auszug scheinen immer noch nicht der Vergangenheit anzugehören …

Anna Crummenerl


Wir von der vorbildlichen Anwar-Schule, die Schulleiterin, vier Lehrerinnen, und die 39 Schülerinnen haben uns mit Freude auf den Weg zu einigen Beduinenfamilien, die am Rande der Judäischen Wüste leben, gemacht. Gemeinsam mit den Kolleginnen des Jahalin-Projekts, Nitza, Jonas und Anna wurde dieser Ausflug geplant.
Diese kleine Reise mit den Schulkindern ist Teil unserer gegenwärtigen Schularbeit und der Idee, die Schulkinder (die aus palästinensischen Dörfern kommen und auch Beduinenkindern, die noch traditionell in ihren Zelten leben) mit den unterschiedlichen Traditionen, Lebensstilen, Sitten und Gebräuchen in unserer palästinensischen Gesellschaft bekannt zu machen, und auch zu zeigen, welche Produkte und Kunsthandwerk die unterschiedlichen Gesellschaften erzeugen. Mit drei kleinen Bussen machen wir uns am frühen Morgen auf den Weg zu den Beduinenfamilien.
Dort werden wir herzlich begrüßt und zu einem Zelt begleitet, in dem sie ihre Gäste normalerweise empfangen. Wir haben uns alle gegenseitig vorgestellt und ein Beduine hat uns und unsere Schüler auf einer Tour in der Umgebung begleitet. Hier durften die Kinder sehen, wie die Beduinenfrauen ihre Brote backen, und wie sie ihre Milchprodukte erzeugen, wie zum Beispiel den Schafskäse. Natürlich durften wir auch von allem kosten. Einige Stunden haben wir hier verbracht und viele Geschichten gehört.
Nach diesen Stunden haben wir dann noch den schönen Sonnentag genutzt und sind nach Fawarah, einem Ort mit einem kleinen Bach und vielen Bäumen, gefahren. Den Kindern hat auch das eine Riesenfreude gemacht. Sie werden den Tag sicher nicht vergessen. Am Nachmittag sind wir dann erschöpft und zufrieden nachhause gefahren. Bei allen, die diesen Ausflug möglich gemacht haben, möchten wir uns sehr bedanken.

Tamara Al Schamalie, Lehrerin

Aktuelles - Zum Archiv