Das Camp

  Aktuelles
  Archiv
  Das Projekt
  Die Jahalin
  Literatur
 Unterstützung
  Links
  Kontakt
  

Berichte

Spenden, damit der Ballen ins Rollen kommt!
Der Spendenaufruf für den Sportplatz als pdf

 

22. Dezember 2005

Eine kleine Reise in die Vergangenheit

Anfang Dezember wurden Nitza und ich von ihren vier Hebräisch-Studenten Yussef, Musa, Saleh und Hussein zu einem kleinen Ausflug eingeladen. Obwohl wir nur wenige Minuten mit dem Auto fuhren, war es wie eine Reise in eine kleine andere Welt, die Welt des traditionellen Beduinenlebens, mit Kamelen, Zelten und Tee vom offenen Feuer.

Musa hat dazu einen kleinen Artikel geschrieben, den wir an dieser Stelle veröffentlichen möchten, zusammen mit den Fotos unseres Ausfluges.

Jonas Calabrese


Die Lebensweise der Beduinen in Palästina ist in Gefahr



Unsere Beduinengemeinschaft, das ist für uns: das Vieh mit all den Schafen, Ziegen und Kamelen, die Wüste und die Berge. Unsere Gastfreundschaft und Güte, unsere Tapferkeit.
Wir als Arab Al Jahalin sind gezwungen worden, ein neues Leben zu leben, das wir so nicht wollten. Wir wurden von unseren Weiden vertrieben und auf einem Hügel zwangsweise untergebracht. Diesen Hügel hat das israelische Militär für uns vorgesehen. Wir, die wir in der Wüste frei und weit verstreut gelebt haben, mussten unsere ehemaligen Weiden für die Zwecke der israelischen Armee abgeben. Das sind zum Beispiel die Siedlungen, neue Straßen oder Militärzonen. Vor der Vertreibung erstreckten sich die Weiden der Beduinen von Hebron im Süden bis Jenin im Norden, bis zum Jordantal und dem Toten Meer im Osten.
Viele Al Jahalin mussten ihr Vieh verkaufen, weil die Futterpreise stark gestiegen sind, vor allem aber, weil auf der uns zugewiesenen Fläche nicht mehr genügend Platz für all die Menschen und ihre Tiere ist. Denn für große Viehherden braucht man auch große Weiden.
Mit dem Verkauf der Herden verloren die Beduinen aber auch ihre einzige Einkommensquelle. Wo bleiben die Beduinen und ihr Lebensstil in Palästina? Wo gehen wir hin mit unseren verbleibenden Herden, nachdem man uns die Weiden entrissen hat?
Ich möchte vor allem auch daran erinnern, dass wir Menschen hier alle einmal Beduinen waren, dass dies unsere erste Natur war. Damit dies nicht vergessen wird, möchte ich meinen Brief mit einem Gedicht beenden:

Er geht mit der Herde
Hält sich am Griff des Lebens der Nomaden
Ich verehre die Sitten und Gebräuche der Beduinen
Oh die Seele des Beduinen-Lebens
Wie schön ist diese Strahlung

Alhej Musa Khalil Jahalin

Aktuelles - Zum Archiv