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18. Oktober 2005

Verstärkung für das Team:

Mein Name ist Jonas Calabrese, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Köln. Seit Anfang Oktober 05 arbeite ich als Zivildienstleistender im Jahalin-Projekt. Zusammen mit Naser werde ich in den nächsten 11 Monaten im Study-Center Internet-, Computer- und Englischkurse für die Jungen der Jahalin-Beduinen anbieten. Außerdem möchte ich verschiedene Sportaktivitäten mit den Kindern und Jugendlichen der Jahalin durchführen. Dies ist mein zweiter Aufenthalt in Israel-Palästina. Bereits 2003 war ich im Zuge einer Jahresarbeit, die ich für die Schule über den Nahostkonflikt geschrieben habe, hier und habe Anna einen Tag bei ihrer Arbeit begleitet. Seitdem bestand bei mir der Wunsch, vielleicht nach der Schule eine längere Zeit hier zu verbringen. Der Andere Dienst im Ausland bietet mir nun die Möglichkeit dazu. Ich hoffe, in diesem Jahr viele neue Eindrücke sammeln zu können, mich selber durch die Arbeit weiter entwickeln zu können und natürlich auch dem Projekt eine Hilfe zu sein.

Am Dienstag, dem 11.10., habe ich meine erste Reise innerhalb der Westbank gehabt. Zusammen mit Anna und Naser, meinem palästinensischen Kollegen im Study-Center, bin ich nach Ramallah gefahren. Grund der Tour war ein Besuch in der österreichischen Vertretung in Ramallah. Naser ist nämlich nicht nur Palästinenser, er ist auch österreichischer Staatsbürger. Deshalb sah er auch kein Problem darin, Anfang September über Tel Aviv nach Israel-Palästina einzureisen. Ihm wurde jedoch von den israelischen Grenzbehörden die Einreise verweigert und sein Pass ungültig gestempelt, weil er eben auch noch eine palästinensische ID besitzt. Daraufhin musste er über Jordanien in die Westbank einreisen und kann nicht mehr nach Israel.
Aufgrund dieser Geschehnisse sind wir dann gemeinsam zur österreichischen Vertretung in Ramallah gefahren, um zu erfahren, was die für ihn unternehmen können. Offenbar sind aber den österreichischen Behörden in solchen Fällen die Hände gebunden, alles was sie für Naser unternehmen können, ist ihm eine zusätzliche ID-Card zu besorgen, die ihn als österreichischen Staatsbürger ausweist und ihm bei manchen Checkpoints als Ausweisdokument ausreicht. Trotz dieses nur kleinen Erfolgs war es eine schöne Tour: ich habe zum ersten Mal Ramallah gesehen; auch die erste Begegnung mit dem berüchtigten Checkpoint Kalandia zwischen Jerusalem und Ramallah sowie mit der Mauer war eine interessante Erfahrung. Die Mauer ist bereits in weiten Teilen der Westbank fertig gestellt, allerdings teilweise erst stückhaft, also noch nicht als komplett zusammen hängende Mauer. Wie sie den Palästinensern das alltägliche Leben erschwert, habe ich insofern selber spüren können, als dass unsere Rückfahrt von Ramallah nach Jerusalem deutlich über eine Stunde gedauert hat…die beiden Städte liegen etwa 10 km auseinander.

Bereits an den Tagen zuvor haben Naser und ich die Türen des Studycenters gestrichen, aus dem unfreundlichen Braun ist ein frisches Grün geworden. So gedeiht das Study-Center nach und nach. Der erste Kurs steht nun auch fest: die Lehrerinnen der benachbarten Vorschule werden bald einen Computerkurs von Imad, unserem „Informatiker“ erhalten. Weitere Kurse folgen hoffentlich bald.

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